Gemeinde Winterbach

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"Wir machen das so" - Roswitha Früh-Kunz

Verpackung sparen im Badezimmer

Vor etwa 3 Jahren beschlossen wir von Shampoo auf Haarseife umzusteigen, um Verpackungsmüll zu sparen. Haarseifen werden nicht nur im Internet angeboten, sondern auch in Bioläden, in Reformhäusern oder in den Läden bekannter Kosmetikketten. Man darf sich vom Preis nicht abschrecken lassen: sie sind nur scheinbar teurer als ein Shampoo, denn so ein Seifenstück hält lange, bis es aufgebraucht wird. – selbst, wenn es von der ganzen Familie benutzt wird!
Und im Badezimmer lässt sich noch mehr Müll vermeiden: wir stellen inzwischen sowohl Deocreme als auch Haarwax selbst her. Im Internet gibt es mehr als genug verblüffend einfache und gut funktionierende Rezepte. Oft ist ein Hauptbestandteil der Rezeptur allerdings Kokosöl – wir legen großen Wert darauf, nur fair gehandeltes zu verwenden!

Roswitha Früh-Kunz, Katholische Bücherei Winterbach

"Wir machen das so" - Günter Böhm

Was ist Müll?

Müll ist, was nach dem Gebrauch noch übrig bleibt, nicht wieder verwendet werden kann und die Umwelt belastet. Zum Beispiel die Abgase von Flugzeugen und Kreuzfahrtschiffen. Klimaforscher haben errechnet, dass – wenn es so weitergeht wie bis jetzt – die Erde bis zum Ende dieses Jahrhundert, bis 2100, unbewohnbar ist, also kein Mensch mehr auf der Erde ist. Das sind noch 82 Jahre. Natürlich wird es schon viele Jahre vorher sehr ungemütlich. Meine kleine Enkelin wird also keinen ruhigen Lebensabend genießen können. Sie wird vielleicht schon vorher schlimme Sachen erleben müssen. Schon seit Jahren bin ich nicht mehr geflogen und habe mir Spott und Häme gefallen lassen. Jetzt bin ich froh darum. Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass jemand sich entschlossen hat, nicht mehr in den Urlaub zu fliegen. Meistens überlebt man diesen Verzicht ohne großen seelischen Knax.

Günter Böhm

"Wir machen das so" - Barbara Berger

Wir machen das so:

Bei uns sind Alu- und Frischhaltefolie jetzt ganz nach hinten in der untersten Küchenschublade gezogen. Wir brauchen sie nämlich praktisch nicht mehr.

Viele Essensreste lassen sich sauber und bequem in Schraubgläsern oder Dosen mit Deckel aufbewahren. Zur Not tut es auch ein Porzellanschälchen mit Teller als Deckel.

Kuchen geben wir in leeren Eisbehältern und Ähnlichem mit. Oder auf Tellern, denn die meisten Gäste sieht man ja wieder.

So sparen wir die umweltbelastende Alufolie ein, vermeiden Müll und tun noch etwas für die Gesundheit. Denn aus den Folien lösen sich schädliche Stoffe, die ins Essen übergehen.

Sie können also ruhig im Exil bleiben ;-)  "

Barbara Berger Agenda 21 „Natur und Umwelt"

"Wir machen das so"

Vielen Dank an unsere Winterbacher Geschäfte

Wir freuen uns sehr, dass das Abramzik-Team und etliche andere Winterbacher Geschäftsleuteute die Möglichkeiten schaffen, Müll zu reduzieren!!!

Sie bieten uns an, eigene Gefäße und Stoffbeutel oder Netze für Obst, Gemüse und Brot zu verwenden. Ein toller Fortschritt! Denn bisher musste z. B. die Firma Abramzik im Jahr 1/2  Million kleine Plastikbeutel und unzählige Plastikschalen mit Deckel bestellen!!!

Nun liegt der Ball bei uns Kundinnen und Kunden. Wir müssen das Angebot nutzen.

Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass anfangs manchmal Boxen und Beutel daheim liegen, während wir selbst im Laden stehen  :-(

Doch schon nach kurzer Zeit wird es geläufig, leere Gefäße gleich wieder in den Einkaufskorb zu legen. Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann dort ja ein „Notfall-Set“ lagern.

So können wir mit der Zeit Millionen Plastik-Verpackungsteile einsparen. Hier macht Kleinvieh wirklich Mist ....

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

"Wir machen das so" - Margarete Schauaus-Holl

Auch beim Müll:

GLOBAL DENKEN – LOKAL HANDELN

Meine Versuche, ressourcenschonend mit Kleidung umzugehen:

 

„Als die Kinder noch klein waren, kaufte (und verkaufte) ich ganz selbstverständlich die Kleidung auf den Kinder- Bedarfsbörsen. Das schonte neben dem Geldbeutel die Ressourcen. Zudem waren die Chemikalien schon großenteils ausgewaschen. Dass ich für mich selbst diese Gepflogenheit wieder aufnahm, schaute ich bei meinen mittlerweile erwachsenen Töchtern ab, die sich weiter auf Bazaren mit guterhaltenen Klamotten eindecken.

Weil ich die Ausbeutung, z.B. von den Näherinnen nicht länger unterstützen will, frage ich mich zunehmend selbstkritisch, ob ich ein neues Teil wirklich brauche und ob ich dieses auch aus fairem Handel bekomme.

Begeistert bin ich auch von kreativen Mitmenschen, die alte, ausgemusterte Kleidungsstücke „upcyceln“ oder bspw. aus alten T-Shirts pfiffige Taschen zaubern...

Man kann also auch bei Kleidung „Müll“ vermeiden – und es macht sogar noch Spaß!“

(Margarete Schauaus-Holl, Gemeindereferentin)

"Wir machen das so" - Kerstin Ammersinn

Auch beim Müll:

 

GLOBAL DENKEN – LOKAL HANDELN

 

Wie wir Müll vermeiden:

"Ich nähe gerne aus ausrangierter, alter oder auch kaputter Kleidung neue Kleidungsstücke. Auch aus nicht mehr verwendeter Bettwäsche oder Laken kann man mit ein wenig Geschick tolle Sachen zaubern.

Ob aus einer großen Jeans eine Kinderhose wird oder aus mehreren Kleidungsstücken eine Patchworkdecke entsteht- diese Dinge haben eine Vergangenheit.

Zuletzt nähte ich meinem Sohn einen Kissenbezug aus einem alten Hemd seines Papas. Da sagte er zu mir: „Jetzt habe ich Papa immer bei mir“.

Mit „Upcycling“ sparen wir Geld, haben individuelle Kleidung und vor allem auch Kleidungsstücke mit Erinnerung."

(Kerstin Ammersinn, Ergotherapeutin/ Instrumentallehrerin Musikverein)

"Wir machen das so" - Telse Engelken

Wie wir Müll vermeiden

„Da ich durch meine Kindheit und Jugend in der Nachkriegszeit geprägt wurde, ist es mir nicht  sehr schwer gefallen, auf all zuviel Plastik zu verzichten. Damals ging man noch mit dem Korb oder Einkaufsnetz auf den Markt oder in den Laden, um Obst und Gemüse zu kaufen.

Die doch noch vorhandenen Plastiktüten verwende ich möglichst oft. Die nützliche Erfindung der Stofftaschen scheint leider nach anfänglicher Begeisterung nicht mehr den Effekt zu haben, sie wiederholt zu benutzen und eine „edle" Peter Hahn Stofftasche als Kartoffel- und Orangentransportmittel zu verwenden.

Nachdem ich den sehenswerten und aufrüttelnden Film über übermäßigen und umweltzerstörenden Gebrauch von Plastik gesehen habe, beschloss ich, nur noch Seife und kein Duschgel und Schampoo aus Plastikflaschen mehr zu verwenden. Joghurt, Quark und Sahne kaufe ich in Pfandgläsern.

Um Fleisch, Wurst und Käse in Plastikverpackungen mache ich schon immer einen großen Bogen.

Ich schaffe es nicht total, auf Plastik zu verzichten, aber ich versuche, unnötige Verpackungen auf alle Fälle zu vermeiden und die gelbe Tonne schön leer zu halten.

Dass meine Enkelin von sich aus auf die schön bedruckte Umverpackung ihres Kleiderkaufs verzichtete, hat mich besonders gefreut.“

(Telse Engelken, Agenda 21)

Werden wir aktiv für unsere Welt – jezt!

"Wir machen das so" - Jürgen Ellwanger

„Oft landet der organische Teil unseres Abfalls im Restmüll. Gerade er ist aber für uns als Landwirte besonders wertvoll. Hieraus entsteht Biodünger für unsere Felder und Weinberge Daher kompostieren wir den Großteil der pflanzlichen Stoffe selber. Natürlich kann nicht jeder seinen eigenen Komposthaufen betreiben, daher hat der Rems-Murr-Kreis die Biotonne eingeführt. Aus den gesammelten Stoffen entsteht in Backnang schwarze fruchtbare Erde.Aber auch ohne Garten kann man bestimmte Stoffe weiterverwenden. Z.B. ist Kaffeesatz auch ohne Kompostierung eine hervorragende Blumenerde mit hohem Stickstoffanteil für Topfpflanzen."

Jürgen Ellwanger (Weingut)

"Wir machen das so" - Helga u. Rudi Rörich

Wie wir Müll vermeiden

Wir machen das so:

„Schon seit einiger Zeit verstauen wir unsere Einkäufe wieder im guten alten Einkaufskorb. Für das empfindlich Obst und Gemüse verwenden wir kleine, waschbare Netze.

Milch und Sprudel werden wieder in Glasflaschen gekauft. Das ist zwar im Gewicht schwerer- aber der Umweltgedanke läßt alles gleich viel leichter tragen!!

Gläser von Konserven mit Twist Off Deckeln werden gespült und wiederverwendet, z.B. zur Lagerung von Tees und Gewürzen und zum Einmachen von Gartenfrüchten.

Der Vorrat solcher Gläser stellte sich in diesem Jahr als großer Vorteil heraus - bei der großen Obstfülle.

Zeitungspapier wird als Geschenkpapier verwendet, mit bunten Wollfäden umwickelt ein echter „Hingucker" – gerade jetzt in der Weihnachtszeit ;-)

MÜLLVERMEIDUNG:   Es gelingt uns nicht immer – aber wir arbeiten dran!"

(Rudi und Helga Rörich)

"Wir machen das so" - Inge Rieger

Die gelbe Tonne

Wir alle sind ganz ganz groß im Trennen unseres Mülls.

Aber was gehört eigentlich in die „Gelbe Tonne"? Hier fängt – auch für die Verwerter - schon das  Problem an.

In die gelbe Tonne gehören gebrauchte Verpackungen aus Metall, Kunststoff, Verbundstoff und Naturmaterialien. Die Verpackungen sollten alle restentleert, nicht aber gespült sein. Eine große Zahl unserer Verpackungen dürfen in der gelben Tonne entsorgt werden - alle mit dem uns bekannten Siegel.

Was viele nicht wissen, auch völlig entleerte Farbeimer, leere Farb- und Spraydosen sowie Netze von Zitrusfrüchten, Kartoffeln u.sw. dürfen hinein. Genaueres findet man auch in Broschüren der Entsorger oder im Internet.

Wenn wir unsere Verpackung in der gelben Tonne entsorgen, sollten wir besonders darauf achten, dass auch wirklich getrennt wird. Hängt z.B. noch der Aluminium- Deckel am Yoghurtbecher, kann der Verwerter mit diesem überhaupt nichts anfangen, denn seine Maschine sortiert nach Wertstoffart und kann Vermischungen nicht unterscheiden. Die Firmen können nicht manuell noch trennen.

Es ist also ganz wichtig, dass wir richtig trennen. Wenn möglich, auch das Papier von der (Bio-) Kunststoffflasche abmachen und immer die Deckel abschrauben.

Viele von uns haben für den Restmüll einen separaten Behälter im Haushalt und da wir ja alle sehr ordentlich sind, ist dieser auch noch mit einer Mülltüte ausgeschlagen, damit wir die dann meistens noch zugeknotet in die gelbe Tonne werfen können.

Haben Sie sich schon mal überlegt, wie paradox das eigentlich ist? Wir trennen Plastikmüll, um ihn in einer Plastiktüte zu entsorgen. Für die Verwerter und die Umwelt ein nicht unerhebliches Problem.

Leider wird nur 40 % unseres Plastikmülls tatsächlich wieder verwertet. Der Rest wird verbrannt.

Durch sauberes Trennen können wir ein bisschen mithelfen.

Damit möglichst viele Kunststoffe recycled werden, sind Industrie und Gesetzgeber gefordert neue Wege zu gehen.

Wir alle haben ein ganz gutes Gefühl, weil wir ja unseren Müll ganz brav trennen. Besser wäre es jedoch, es würde gar nicht so viel unnötiger Verpackungsmüll anfallen.

In Winterbach hat sich schon einiges getan und ich bin sicher, dass wir noch viel mehr bewegen werden.

Inge Rieger  (VFL Winterbach Leichtathletik)

"Wir machen das so" - Ulrike Mayer

Wie wir Müll vermeiden

Stoffwindeln

„Mit der Geburt unseres dritten Kindes wuchs der Windelmüllberg wieder in rasantem Tempo. Das Phänomen einer sich in Rekordzeit füllenden Restmülltonne kennen wohl alle Eltern mit einem kleinen Baby.

Wir wollten den Müll möglichst schnell reduzieren und kamen durch andere Mütter aus meinem Geburtsvorbereitungskurs auf Stoffwindeln. Drei Mamas wickelten ihre Kinder mit Stoff – so dass ich mir das einmal in Ruhe anschauen konnte. Mein Mann war sofort davon überzeugt, dass wir das auch ausprobieren sollten und so bestellten wir uns zunächst verschiedene Stoffwindelsysteme, um auszuprobieren mit welcher wir am besten klarkommen würden. Wir versuchten Stoffwindeln mit wechselbaren Einlagen oder festintegrierten, mit Druckknöpfen oder Klettverschluss, mit Wollüberhosen oder mit PUL-Stoffüberhosen. Wir haben uns letztlich für wechselbare Einlagen mit PUL-Überhosen für zuhause und festintegrierte Einlagen sogenannte All-In-Ones für Unterwegs und den Kindergarten entschieden.

Moderne Stoffwindeln haben je nach System kaum mehr mit den „alten“ Stoffwindeln zu tun, sie funktionieren im Prinzip, wie herkömmliche Wegwerfwindeln und sind sehr einfach im Anlegen – so dass auch die Großeltern - und in unserem Fall sogar der Kindergarten bereit waren, ebenfalls mit Stoff zu wickeln.

Inzwischen lernt unser viertes Baby Stoffwindeln kennen und ist zufrieden :)

Stress zuhause, ein Urlaubsdomizil ohne Waschmaschine oder auch Durchfall, immer wieder gibt es Situationen, in denen wir auf Wegwerfwindeln zurückgreifen.

Grundsätzlich können wir aber mit Stoffwindeln unseren Haushaltsmüll deutlich reduzieren!“

(Ulrike Mayer)

Weihnachten steht vor der Tür und wir wollen den Anlass nutzen, um Ihnen für Ihr Interesse, viele Gespräche und Ihre motivierenden Beiträge zu danken. Schön, dass an vielen Stellen in unserer Gemeinde schon spürbar weniger Müll produziert wird.

Nun wünschen wir Ihnen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und glückliches neues Jahr!

 

"Wir machen das so" - Sibylle Steinmaier

Wie wir Müll vermeiden

„Am liebsten kaufe ich … 

…  regional und saisonal! 

Aber wie soll denn das gehen jetzt im Januar? Wirsing, Weißkohl, Rot- und Grünkohlarten, Sauerkraut, Rosenkohl, verschiedene Sorten Kohlrabi lassen sich nicht nur gut überwintern, sondern spenden auch reichlich Vitamin C in der kalten Jahreszeit. So wird unser Immunsystem, u.a. vor Infekten, geschützt. Das gilt auch für Kartoffeln, die das Gemüse wunderbar ergänzen. Maronen, eigentlich ein Buchengewächs, sind hervorragende Lieferanten von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten mit hohem Gehalt an B-Vitaminen, also ideale Nervennahrung in der dunklen Jahreszeit.

Wer im Herbst fleißig gesammelt hat, kann sich jetzt über Äpfel, Birnen, Hagebutten-Marmelade, Fruchtschnitten, Quittenmus, Brombeersaft u.ä. erfreuen. Wintersalate wie Endivien, Zuckerhut oder Ackersalate sind bei heimischen Gärtnern und Bauern meist im Sortiment, bis es wieder den ersten Postelein und Kresse im neuen Jahr gibt.

Und das alles befördern heimische Gärtner in Mehrwegkisten, statt tonnenweise Plastikmüll zu produzieren!

Auch mit Nüssen und Hülsenfrüchten lassen sich nicht nur leckere Gerichte und Backwaren zaubern, sie versorgen uns auch noch mit Eiweiß.

So gesehen, können es trotz der kargen Winterlandschaft doch ganz üppige Tage werden. Dem Boden wie dem Vieh, sei die Ruhe gegönnt. Denn pausenloses Wachstum wäre Zerstörung. Unsre wichtigsten Lebensgrundlagen sind Wasser und Boden. Deshalb freue ich mich, wenn regional auch echtes bio ist. Für unsre Böden, die Artenvielfalt, das Grundwasser und pestizidfreie Luft, wenn wir im Frühling wieder durch die blühenden Weinberge spazieren…

Wachsen tut das Gemüse übrigens nicht im Supermarkt. Die Bauern und Feldarbeiter hätten viel mehr Achtung und faire Löhne für ihre wertvolle Arbeit verdient. Das Getreide lagert oft im LKW auf unseren vestopften Straßen, wenn wir es billig aus Osteuropa importieren, anstatt unsere eigenen Flächen zu schützen und mit Lebensmitten, statt immer mehr mit Beton zu bebauen. Alles nur eine Frage des Preises?

Was ist es Ihnen wert?

Probieren Sie es doch einmal:  Im neuen Jahr öfters regional und saisonal! 

Das ist doch ein toller „guter Vorsatz“!

Ihre Familie wird sich freuen - und die Umwelt auch  :-) “

(Sibylle Steinmaier, Fachberaterin für die Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen)

"Wir machen das so" - Bürgermeister Sven Müller

Wie wir Müll vermeiden

Papier

Das Thema, wie können wir Müll vermeiden, insbesondere wie können wir Papier und dadurch automatisch die wertvolle Ressource Holz sparen, beschäftigt mich und begegnet mir seit meiner Schulzeit.

Dort sind erstmals Hefte und Schreibblöcke aufgekommen, die zu 100 Prozent aus Altpapier hergestellt wurden und eine bräunliche Farbe hatten. Diese habe ich als „blutjunger Ökoaktivist“ ;-) natürlich verwendet und so wurde ich sozusagen zum ersten Mal mit dem Thema sparsamer und ressourcenschonender Umgang mit Papier konfrontiert.

Später im Berufsleben lernte ich im Landratsamt in Waiblingen die Öko-Audit-Zertifizierung kennen. Betriebe verpflichten sich dadurch, ihre Umweltbilanz zu verbessern und den Ressourcenbedarf zu reduzieren.

Was das Papier betrifft lernte ich dort, dass zu viel oder falsch ausgedrucktes Papier z.B. auf der Rückseite weiter als Notizzettel weiterverwendet werden kann.

Dieses Prinzip kann man auch prima zu Hause anwenden und für Einkaufszettel oder auch Malpapier für die Kinder problemlos erweitern. Im Büro oder auch zu Hause kaufen wir dadurch so gut wie keine Notizblöcke mehr.

Die zunehmende Digitalisierung bringt heutzutage auch viele papiersparende Aspekte mit sich. Neben der digitalen Akte im Rathaus, die derzeit peu a peu in den Ämtern eingeführt wird, lese ich z.B. die Tageszeitungen oder auch Zeitschriften und Prospekte ausschließlich in der jeweiligen App, so lässt sich im täglichen Ablauf weiter sehr viel Papier sparen.

Insgesamt gesehen ist es im beruflichen wie auch privaten Alltag gar nicht so schwer und aufwendig (Papier)Müll zu vermeiden, sondern spart auch die wertvolle Ressource Holz und schont dazu den Geldbeutel.

Wenn man bedenkt, dass Deutschland so viel Papier verbraucht wie die Kontinente Afrika und Südamerika zusammen, benötigen wir meiner Ansicht nach noch viele weitere Mitstreiter.

Sven Müller

"Wir machen das so" - Elke Stiller

Wie wir Müll vermeiden

Statement zur Plastikmüll-Vermeidung

Nicht jedes Mal, aber immer wieder nutze ich den Spaziergang mit unserer Hündin, um einiges von dem am Wegesrand liegenden Plastikmüll aufzusammeln und in unserer Resttonne zu entsorgen. Es ist unglaublich, wie viel da immer rumfliegt, vor allem am Rand von Fahrstraßen. Der nächste Windstoß nimmt es mit und vieles landet schließlich in der Rems. – Ich weiß, Plastikmüll aufsammeln ist nicht jedermanns Sache, aber vielleicht lässt sich doch der eine oder andere Hundebesitzer anstecken und sammelt mit.

Elke Stiller

Vorwort der Agenda 21

Auch beim Müll - Global denken, lokal handeln

Wir erinnern uns:

Unter der Agenda 21 versteht man ein Aktionsprogramm der Vereinten Nationen.

Dieses wurde von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro 1992 beschlossen.

Es formuliert Leitlinien für das 21. Jahrhundert, vor allem zur nachhaltigen Entwicklung.

Kapitel 28 („Initiativen der Kommunen zur Unterstützung der Agenda 21“) sagt, dass viele der globalen Probleme am besten auf der örtlichen Ebene zu lösen sind. Unter dem Motto „Global denken – lokal handeln!“ wird deshalb jede Kommune der Unterzeichnerländer dazu aufgerufen, eine eigene (lokale) Agenda 21 zu erarbeiten.

Diese lokale Agenda gibt es in Winterbach seit 2000.

Es wurden schon wichtige Themen angegangen. Die Gruppe „Natur und Umwelt“ kümmert sich um Themen wie die Busverbindung Richtung Esslingen, „Tausch- und Plausch“ - eine Börse rund um den Garten, den Wassertag, die Gentechnik, im Moment um das Thema Carsharing.

Die Gruppe „Kultur und Gesellschaft veranstaltet das Internationale Fest, das Sprachcafe, viele Veranstaltungen zum Thema Migration ....

  

Die AGENDA-Gruppe „Natur und Umwelt“ befasst sich seit einiger Zeit mit dem Thema Müll und Müllvermeidung.

Bekannt ist mittlerweile die immense Verschmutzung der Gewässer mit Kunststoffabfällen. Das entstehende Mikroplastik ist inzwischen auch in unserer Nahrung angelangt (Fisch, Meersalz,....)

 

Je mehr Gedanken wir uns zum Thema machen, desto mehr merken wir, worauf man alles achten kann und soll.

Was uns wichtig erscheint, wollen wir in den nächsten Wochen hier kommunizieren.

Wenn Sie sich mit uns zu diesem Thema engagieren wollen, laden wir Sie herzlich zu unseren Treffen ein.

Diese finden jeweils am 2. Montag im Monat um 19.30 Uhr in der Kelter statt.

Oder Sie schicken uns Ihre Anregungen per E-Mail an: post.agenda.winterbach@gmail.com

 

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

Geleitwort des Bürgermeisters

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

neulich wurden wir in allen Medien mit einer erschreckenden Nachricht konfrontiert:

Am 2. Mai 2018 haben wir hier in Deutschland unsere Ressourcen für das laufende Jahr verbraucht. Das heißt, seit dem 3. Mai leben wir auf Pump – auf Pump von den ärmeren Gegenden unseres Planeten, auf Pump von unseren nachfolgenden Generationen.

Der globale „Erdüberlastungstag“ für die gesamte Erde – arme wie reiche Länder – wird dieses Jahr im August erwartet.

Eigentlich bräuchten wir zwei Erden.

Wir haben aber nur diese eine Erde.

Das Problem ist natürlich sehr vielschichtig und man muss auf verschiedenste Weise reagieren. Die Zeit drängt. Und deshalb ist es zwingend erforderlich, dass wir alle unser Verhalten ändern.

Die Agenda-Gruppe „Natur und Umwelt“ befasst sich seit einigen Wochen – auch in Artikeln hier in unserem Gemeindeblatt – u.a. mit dem Thema Müll vermeiden, Ressourcen sparen usw.

Wir als Gemeinde Winterbach unterstützen diese Initiative und bitten Sie deshalb, auch Ihre eigenen Gewohnheiten in Bezug auf „Müllerzeugung“ kritisch zu hinterfragen und die Anregungen zum Müll vermeiden so weit wie möglich umzusetzen. Jeder kann hier etwas tun.

„Weniger Müll?“ – „Ja, wir Winterbacher sind dabei!“

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Sven Müller

Bürgermeister

Coffee to go - or to stay?

Winterbach will Müll vermeiden

 

Wer es eilig hat, freut sich, dass er bei jedem Bäcker oder im Supermarkt oder Café ein Heißgetränk einfach mitnehmen kann. So kommt es, dass wir Deutschen pro Stunde 320 000 Kaffeebecher verwenden, das sind pro Jahr dann fast 3 Milliarden.

(Beachte: 1 Milliarde Sekunden sind mehr als 30 Jahre! Hätten Sie das geschätzt?)

Die Herstellung der Becher verschwendet Unmengen an Ressourcen und die Entsorgung belastet die Umwelt. Durch die Kunststoffbeschichtung dürfen die Becher nicht in den Papiermüll, sondern müssen im Restmüll entsorgt werden.

Viele der weggeworfenen Coffee to go-Becher werden zudem achtlos weggeworfen und verschmutzen Straßen, öffentliche Plätze und die Natur.

Viel besser wäre deshalb das Benutzen von Mehrweggefäßen. Viele Konsumenten wollen die Umwelt schützen und so greifen schon etwa 17 % zu Mehrwegbechern - ein guter Anfang.

Also, wenn Sie es in Zukunft eilig haben, nehmen Sie Ihren Mehrwegbecher mit  ;-) oder aber Sie genießen Ihren Kaffee mal wieder im „Bleiben“ - im Sitzen und aus einer schönen Porzellantasse!

 

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

Stofftaschentücher und Stoffservietten - altmodisch?

Winterbach will Müll vermeiden

Wir Europäer verbrauchen Küchenrollen, Toilettenpapier, Papiertaschentücher und -Papierservietten massenweise. Im Jahr 2016 brachte es jeder Deutsche im Durchschnitt auf über 19 Kilogramm. Das ist im Vergleich zum Jahr 2004 ein Anstieg von mehr als 40 Prozent.

Papiertaschentücher werden aus Holzbestandteilen hergestellt.

Für Frischfaserpapier müssen Bäume gefällt werden – schade um die wertvollen Ressourcen. Nur noch etwas über 50 Prozent der Papiere werden aus Recyclingfasern hergestellt - von ehemals 75 Prozent Marktanteil!

Die Herstellung von Papiertaschentüchern benötigt sehr viel Energie und Wasser.

Wiederverwendbar sind nur Stofftaschentücher und Stoffservietten.

Die Ökobilanz ist durch die lange Verwendbarkeit letztendlich viel besser. In der Waschmaschine nehmen sie kaum Platz ein. Dort werden sie im Normalfall bei 40° – 60° hygienisch sauber. Wer sie steril will, kann sie bügeln.

Freuen wir uns also im Wald an den Bäumen und putzen Mund und Nase mit Stofftüchern.

 

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

Regional und saisonal - auch das spart Müll

Winterbach will Müll vermeiden

Wer auf dem Wochenmarkt, bei seinem Lenbensmittelhändler oder im Hofladen Obst- und Gemüsesorten kauft, die in der Region und zur aktuellen Jahreszeit geerntet werden, vermeidet eine Menge Müll.

Viele Gärtner in der Region transportieren ihre Waren in sogenannten „Gärtnerkisten“. Diese werden von allen Betrieben im Raum ständig weiterbenutzt.

Im Gegensatz dazu werden Obst und Gemüse aus vielen südlichen Ländern oft in Wegwerfkisten verschickt. Wenn die Ware tausende von Kilometern zurücklegt, muss sie zu ihrem Schutz meist noch einzeln in Folie verpackt werden.

Auch manche Supermarktketten verlangen, dass die Ware einzeln in Folie verpackt ist. Während regionale Beeren und Ähnliches in Holzschliffschälchen gefüllt sind, werden sie dort aufwändig in Plastikschalen verpackt.

Schauen wir also, was in der Region gerade wächst, schnappen wir unseren Einkaufskorb und eventuell die Tüten vom letzten Einkauf oder Mehrwegnetze und kaufen leckeres Obst und Gemüse aus der Region.

So vermeiden wir zusätzlich noch CO2- Emissionen, die durch lange Transportwege entstehen.

Ein wirklich positiver Einkauf ;-)   

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

Feier - Kuchen - Folie?

Feier - Kuchen - Folie?

Nicht nur wir als Privatpersonen, sondern auch Kirchen und Vereine feiern gerne Feste, bei denen Kuchen oder anderes serviert wird. Das ist schön und macht allen Beteiligten Freude.

Oft möchte ein Besucher Kuchen, Maultaschen, eine Wurst usw. mit nach Hause nehmen. Kein Problem, es wird schnell in Alufolie verpackt!

Nun hat diese Alufolie leider große Nachteile. Zum einen ist sie sehr aufwändig und vor allem umweltschädlich und bedenklich in der Herstellung.

Der Rohstoff für die Aluminiumherstellung ist Bauxit. Dieses findet man z.B. im Amazonasregenwald in Brasilien. Um an die Vorkommen zu gelangen, wird der Regenwald großflächig abgeholzt. Zudem ist die Aluminiumgewinnung extrem energieintensiv. Deshalb baut man Wasserkraftwerke. Damit aber werden riesige Flächen in den aufgestauten Fluten ertränkt. Dort ansässige Völker werden von ihrem Land vertrieben - oft mit schwerwiegenden Folgen.

Bei der Herstellung fällt giftiger Rotschlamm an, der als Abfall in großen Seen deponiert werden muss. Gleichzeitig entstehen zum Teil hochgiftige Gase. Die energieintensive Herstellung von Alufolie sorgt für einen erheblichen Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxids.

 

Zum anderen ist die Folie gesundheitsschädlich, da im Zusammenspiel mit manchen Lebensmitteln giftige Stoffe entstehen können.

Die Verbraucherzentrale Bayern weist darauf hin, dass sich durch Säure oder Salz Aluminiumionen aus der Folie lösen. Sie können auf die Lebensmittel übergehen. "Je länger der Kontakt, desto stärker der Übergang", Tomatenpüree, Rhabarber, Salzhering oder Essiggurke sollten daher nicht mit Alufolie abgedeckt oder aufbewahrt werden.

Statt zu Alufolie zu greifen, haben wir viele andere Möglichkeiten.

Kuchen kann meistens problemlos einfach in Papier verpackt werden – wie es in der Bäckerei auch üblich ist.

Manche verwenden auch leere Eisbehälter aus Plastik.

Wer schon die Absicht hat, etwas mit nach Hause zu nehmen, kann auch ein Mehrweggefäß mitbringen, etwa eine Dose aus Edelstahl oder Ähnliches.

Dasselbe gilt natürlich für Haushaltsreste. Diese kann man auch wunderbar in Schraubgläsern verschiedenster Größe oder sogar im Porzellanschälchen mit Teller als Deckel aufbewahren.

So sparen wir Ressourcen und Geld und tun sogar noch etwas für unsere Gesundheit.

Grußwort Ev. Kirchengemeinde

Geleitwort der evang. Kirchengemeinde Winterbach

Liebe Nachbarn,

sehr gut erinnere ich mich noch an die berühmte „Weissagung der Cree-Indianer“, die wir Jugendlichen in den 80er Jahren so oft gehört und gelesen hatten: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet Ihr merken, dass man Geld nicht essen kann.“

Seitdem hat sich viel Gutes beim Umweltschutz getan und doch sind wir in vielerlei Hinsicht zu einer Gemeinschaft der „Wegwerfer“ geworden. In einer Wegwerfgesellschaft fehlt der Wille zum Reparieren und Erhalten. „Ich will alles und zwar sofort“ ist die Devise. Es soll nichts kosten, schnell, einfach und maximal bequem zufrieden machen. Das fängt bei den materiellen Dingen an.

Doch es führt auch zu einer Lebenseinstellung, in der mehr und mehr auch kostbare ideelle und politische Errungenschaften, geistliche Schätze und schließlich auch Menschen und Beziehungen schneller aufgegeben und ausgetauscht werden.

Die Geringschätzung der Dinge bedeutet auch Geringschätzung derer, die die Dinge ausgedacht und erarbeitet haben mit viel Einsatz, Geduld, Einfallsreichtum, Fleiß und kostbaren Rohstoffen. Und es bedeutet die Geringschätzung unseres Schöpfers.

Von Anfang bis Ende lehrt die Bibel ein Leben in Achtsamkeit füreinander. Sie denkt für die nächsten Generationen mit. Christus selbst trägt den Titel „Heiland“. In ihm sehen Christen das große Vorbild für´s Heilmachen, Schützen und Reparieren. Wir möchten alles und jeden, den Gott geschaffen hat, ehren. Dazu ist für mich ein dankbares Lebensgefühl ein wichtiger Schlüssel.

In diesem Zusammenhang ist die Initiative der Agenda 21 zur Müllvermeidung eine gute Sache! Ein herzliches Dankeschön unserem Agenda-Team vor Ort.

Auch wir als Kirchengemeinde sind dabei, denn es gibt viele Möglichkeiten J

Wir bieten zur Erfrischung Getränke in Pfandglasflaschen an, zum Beispiel unser Winterbacher Streuobst-Apfelschorle. Wir unterstützen die Tafelläden in der Region, genießen Kaffee aus fairem Handel, vermeiden Plastikgeschirr bei unseren Veranstaltungen und benützen im Gemeindebüro ungiftigen Recycling-Komplett-Toner mit „blauem Engel“ für Drucker und Kopiergeräte. Manche Mitarbeiter bringen von Zuhause Behältnisse mit - für übrig gebliebene Leckereien unseres Gemeinde-Essens und Kuchen-Buffets, weil wir keine Lebensmittel wegwerfen möchten.

Und ich persönlich?
Immer öfters habe ich mich in den vergangenen Monaten dabei erwischt, im Supermarkt Produkte in Plastikverpackungen zu kaufen, nur weil es schön bequem ist und ein „BIO“-Zeichen drauf zu sehen war. Das möchte ich wieder ändern.

Weniger Müll lohnt sich – für unsere wunderschöne Heimat und Gottes einzigartige Natur weltweit, bitte machen Sie auch mit! Unsere Enkelkinder werden uns dankbar sein.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen,

Ihr Pfarrer Joachim Scheuber

Grußwort Kath. Kirchengemeinde

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

vor über drei Jahren, am 24. Mai 2015, veröffentlichte Papst Franziskus die Enzyklika (das ist ein päpstliches Lehrschreiben) Laudato Si‘, um die Menschen unserer Zeit zu ermutigen, im Geist des Evangeliums alle Geschöpfe mit dem liebenden Blick Jesu Christi anzusehen, wie wir es im Evangelium lesen.

Mit dem Titel nahm er auf den heiligen Franziskus Bezug, dessen in umbrischem Dialekt verfasster „Sonnengesang“ auf diese Weise beginnt. Grundlegend ist für beide Texte der Beginn der Heiligen Schrift, welche die Schöpfung der Verantwortung und Treuhandschaft der Menschen übergibt und ihnen aufträgt, sie zu behüten und zu bewahren (vgl. Gen 1, 26-31). Man kann diesen Verantwortungszusammenhang gleichsam als Überschrift des Weges Gottes mit den Menschen ansehen, von dem die Heilige Schrift Zeugnis gibt. Als Teil von Gottes guter Schöpfung sind wir aufeinander und auf unsere Umwelt verwiesen, damit sie allen Generationen erhalten bleibt. Auch viele Nichtchristen können sich, wie ich vermute, dieser Idee anschließen und eine Verantwortung des Menschen für seine Lebenswelt bejahen, selbst wenn sie diese Lebenswelt vielleicht nicht als Schöpfung ansehen.

In der Enzyklika beschreibt Papst Franziskus aber nicht nur die grundlegenden, allgemeinen Zusammenhänge, sondern ruft die Menschen auch dazu auf, sie in konkrete Handlungen zu überführen. Tiefe Gedanken und bedeutende Worte, wie sie uns im Zeugnis der Bibel geschenkt sind, verlangen ja nach praktischer Umsetzung, damit sie nicht hohl werden. In unserem Alltag dürfen wir uns als Jüngerinnen und Jünger Jesu erweisen (vgl. 1 Joh 4, 20) und unseren kleinen Beitrag für die Schöpfung leisten.

Einige Vorschläge hat die Agenda-Gruppe „Natur und Umwelt“ in Beiträgen des Winterbacher Mitteilungsblattes zusammengetragen. Vielleicht kann sie auch uns helfen, kleine Schritte in die richtige Richtung zu gehen?

Ihr Patrick Stauß (Katholische Kirchengemeinde)

Hinweise zum Thema

Auch beim Müll – Global denken, lokal handeln

Ab heute finden Sie, liebe Winterbacher Mitbürgerinnen und Mitbürger, Hinweise zum Thema „Müll vermeiden“. Bitte verstehen Sie die Beiträge als Information und Anregung und nicht als Besserwisserei. Wir von der AGENDA-Gruppe würden uns sehr freuen, wenn viele von Ihnen das eine oder andere im Alltag umsetzen könnten. Auf den ersten Blick sind es oft nur Kleinigkeiten, trotzdem haben sie in der Masse große Auswirkungen.

Zum Beispiel wenn zur gleichen Zeit irgendwo in einem Laden 10 000 Leute auf ein dünnes Plastiktütchen verzichten, werden in einem Augenblick 10 000 Tüten weniger ver(sch)wendet.

Wir alle können nicht warten, bis das alles „von oben“ gesetzlich geregelt wird, wir müssen selbst vorher aktiv werden! Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass man über viele Dinge erst mal gar nicht nachdenkt, sie laufen automatisch ab. Diesen Automatismus versuchen wir gerade selbst zu durchbrechen. Und nach einer kurzen Umstellungsphase werden viele Handgriffe und Verhaltensweisen ganz selbstverständlich. Jede vermiedene Tüte ist ein Geschenk an unsere Enkel.

 

Denn: Viele kleine Leute in vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern.       Aus Afrika

Werden wir aktiv für unsere Welt – jetzt!

Eine Insel aus Plastik

Winterbach will Müll vermeiden

 

Wo wir gehen und stehen, überall sind wir von Plastik umgeben. Bei Plastiktüten und Verpackungen ist es ganz offensichtlich. Aber auch zu Hause und in unserer Kleidung ist dieses Material vorzufinden. - Die Plastikproduktion ist seit 1950 weltweit von 1,7 auf 265 Millionen Tonnen angestiegen. Während die synthetischen Stoffe noch vor 60 Jahren viele Aspekte des Lebens erleichterten, stellen sie heute eine drastische Umweltbedrohung dar.

Eine »Insel aus Plastik« in der Größe ganz Westeuropas ist im Pazifik südöstlich von Hawaii entstanden. Hier rotieren Schätzungen zufolge ca. 3 Millionen Tonnen Plastikmüll. Das entstehende Mikroplastik ist inzwischen auch in unserer Nahrung angelangt (Fisch, Meersalz ...) Viele Meerestiere gehen dabei zugrunde, wenn sie Plastik mit der Nahrung aufnehmen.

Hier können wir als Verbraucher etwas ändern.

Inzwischen haben die meisten Leute beim Einkauf Taschen und Beutel dabei. Das ist ein super Anfang! So konnte REWE im Jahre 2016 über 140 Millionen (!!!) Einkaufstüten einsparen. - Ein Problem bleiben aber die dünnen, kleinen Tüten für Obst und Gemüse, die tagtäglich millionenfach - oft unnötig - verwendet werden. Viele Lebensmittel sind von der Natur schon so gut verpackt, dass man sie ohne Weiteres lose zur Kasse transportieren kann (Äpfel, Paprika, Bananen usw.) oder sie können in waschbare Stoffnetze oder Stoffbeutel gesteckt werden. Auch beim Wurst- und Käsekauf kann man auf manche Zwischenfolie oder Zusatztüte leicht verzichten.

Viele Kleinigkeiten haben eine große Wirkung.

 

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In der gelben Tonne alles ok?

Winterbach will Müll vermeiden


Wussten Sie, dass die „Rohstoffe“, die in der gelben Tonne landen, nur recycelt werden können, wenn sie „sortenrein“ sind?

  • Also dürfen z.B. Papier, Plastik und Alu nicht zusammenhängen, wie es z.B. bei Milchproduktsverpackungen oft der Fall ist.
  • Bei Bioware ist seit einiger Zeit eine dünne Papp-Ummantelung um den Becher, die man entfernen und in den Papiermüll werfen soll.
  • Und bitte den Deckel vom Becher trennen und auch nicht kleine Plastikbecher in größere Blechdosen stopfen.
  • Ebenso ungünstig ist es, wenn man den Abfall in einer Plastiktüte sammelt und diese dann verknotet in die Tonne wirft.

Diese „Vermischung“ der Materialien ist ein Grund dafür, dass nur ein Teil des Gelbe-Tonnen-Mülls recycelt und der Rest verbrannt wird.

Recycling spart Energie und Rohstoffe, die dann nachfolgenden Generationen zur Verfügung stehen. Weniger Rohstoffabbau bedeutet immer auch mehr Natur- und Umweltschutz, weil Ökosysteme erhalten bleiben und weniger Schadstoffe freigesetzt werden.

Durch das Duale System entlasten wir das Klima jährlich um 3,1 Millionen Tonnen CO2, die wir nicht in die Atmosphäre schicken.

Wer sich noch genauer darüber informieren will, was wie in die jeweiligen Tonnen gehört – und was nicht – kann sich auf der Homepage der Abfallwirtschaft Rems-Murr AöR schlau machen.

Die beste Verpackung ist die, die erst gar nicht anfällt und Mehrwegverpackungen sind auf alle Fälle am umweltfreundlichsten.

 

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Blumen und Pflanzen - wunderschön auch ohne Folie!

Winterbach will Müll vermeiden

 

Beim Einkauf in Blumen- und Dekoläden kann man oft beobachten, wie Geschenke aufwändig in Folie verpackt werden. Offensichtlich sollen sie dadurch aufgewertet und noch „schöner“ werden.

Eine blühende Pflanze oder ein kunstvoll gebundener Strauß ist doch sowieso schon wunderschön. Eine“Aufhübschung“ ist völlig unnötig - und sie hat auch keinen praktischen Sinn. Transportiert werden kann der Strauß auch in einfachem Papier, manchmal sogar ohne alles.

Von den Winterbacher Floristinnen und Floristen haben wir erfahren, dass ihre Kunden immer öfter „naturschön“, also ohne Folie kaufen. Das ist super und macht hoffentlich weiter Schule.

Auch ein Strauß, der offiziell - z.B. im Geschäftsleben oder bei feierlichen Anlässen - überreicht wird, kann von unseren Floristen so gestaltet werden, dass er repräsentativ aussieht. Ganz ohne Folie  ;-)

 

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Ein kleines Unglück am Esstisch?

Wer kennt es nicht? Mit (Klein-)Kindern am Tisch ist ein Malheur vorprogrammiert: der Saft ist umgefallen, die Soße verspritzt, Schokolade gleichmäßig verteilt und und und.

Statt zur Küchenrolle, kann man auch zu Stofftüchern greifen.

Entweder man benutzt Baumwoll-Babywaschlappen oder man schneidet alte (weiße) Baumwollshirts in serviettengroße Stücke.

Diese Tücher werden in einem Körbchen auf den Tisch gestellt und bei Bedarf verwendet.

Danach geht’s ab in die Waschmaschine. Und das wieder und wieder ;-)

Das Gleiche gilt für „Unglücke“ in der Küche, hier mit dem bewährten Spültuch. Aber bitte aus Baumwolle, denn der „Abrieb“ von Microfasertüchern landet in den Gewässern.

Schon wieder ein paar Bäume für die Enkel gerettet!

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Einkauf beim Einzelhändler in der Umgebung - auch hier wird Müll reduziert

Winterbach will Müll vermeiden

Wo kaufe ich ein?

Reicht mir bei der neuen Hose Größe 40 oder brauche ich 42? Sind die Schuhe in 39 zu groß?

Diese Fragen lassen sich leicht beantworten, wenn ich die Kleidungsstücke beim Textil- oder Schuhgeschäft in der Region anprobiere.

Hier werde ich zudem noch gut beraten. Ganz anders sieht es aus, wenn die Teile per Online-Bestellung kommen. Hier sind Hin- und Hersendungen vorprogrammiert. Das Kleidungsstück gefällt mir doch nicht oder passt nicht. Also schicke ich es zurück.

So fällt jedes Mal Verpackungsmüll an, oft sehr aufwändig mit großen Kartons und/oder viel Plastik.

Nach Schätzung von Logistikexperten gehen pro Jahr mehr als 250 Millionen Pakete zurück. Die Autobahnen und viele Straßen sind zusätzlich stark belastet. Die Berufspendler stehen dann im Stau.

Zudem werden viele der zurückgesandten neuwertigen Waren vernichtet.

Eine Beschäftigte von Amazon erzählt, dass sie täglich Waren im Wert von 23 000 Euro zerstört. Auch das ist völlig sinnloser Müll!

Also besinnen wir uns auf die vielen guten Geschäfte in unserer Nähe und kaufen dort mit Freude ein. Noch haben wir sie!

Und richtig Shoppen ist sogar noch ein Event ;-)

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Unüberlegter Konsum

Was kaufe ich ein?

Auch unüberlegter Konsum führt zu Unmengen an Müll

In  Europa beträgt die Menge der weggeworfenen Lebensmittel jährlich pro Kopf  95 – 105 Kilo. Das sind rund 1/3 aller Lebensmittel.

Diese Verschwendung ist nicht nur teuer und unmoralisch, sondern auch umweltschädlich. Denn die weggeworfenen Lebensmittel wurden meist aufwändig verarbeitet und transportiert, bevor sie in der Tonne landen. Eine riesige Vergeudung von Rohstoffen, Wasser und Energie!

Auch von unseren Kleidern werden ca. 12 kg pro Kopf und Jahr „entsorgt“.

Viele Klamotten landen – sogar ohne jemals getragen worden zu sein – im Altkleidercontainer.

Und genauso geht es mit vielen anderen Konsumgütern. Das „Ding“ ist billig, also wird es gekauft. Auch wenn es eigentlich niemand braucht.

Viele der erworbenen Dinge sind zudem sinnlos verpackt.

Häufig stecken Herrenhemden, Unterwäsche, Strümpfe usw. in Verpackungen aus Plastik und Papier. Solche Produkte sollte man meiden.

Auf jeden Fall müssen sie nicht in eine zusätzliche Tüte gesteckt werden.

Oft kann man auch Kleiderkäufe im mitgebrachten Rucksack oder der Einkaufstasche verstauen.

Also: Nur das kaufen, was man wirklich (ver)braucht und auf die Verpackung achten.

Vielleicht nützt ein Einkaufszettel oder das Ignorieren von „Super- Sonderangeboten“.

Übrigens: Der 1. August war der „Erdüberlastungstag". Das heißt, dass wir seit dem 2. August auf Kosten der nächsten Generationen leben.

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Der nächste Kaffee-Vollautomat: Einer ohne Kapseln!

Ein Tässchen Kaffee trinken, ohne hinterher etwas putzen zu müssen – das ist sehr verführerisch. Deshalb haben sich viele Leute einen Kaffee-Vollautomaten mit Kapseln angeschafft.

Es gibt jedoch eine Kehrseite. Weltweit werden alle sechzig Sekunden im Durchschnitt mehr als 15.000 Tassen Kaffee getrunken, der aus Kapseln hergestellt wurde. Das sollte zu denken geben.Diese Kapseln bestehen nämlich - wie die Folie (siehe früheres Blättle) -  aus Aluminium und/oder Kunststoff.

Ein Teil dieser Kapseln – wenn sie ordentlich getrennt entsorgt werden – wird zwar recycelt. Hier wird aber auch wieder jede Menge Energie verbraucht.

Übrigens ist dieser Kaffe auch sehr teuer. Hochgerechnet auf den aktuellen Kilopreis kommt man auf einen Betrag von ca. 60 Euro, je nachdem, von welchem Hersteller die Kapseln jeweils stammen.

Nach der Benut­zung landen die Kapseln im Müll. Der Kaffee­satz ist organischer Abfall und somit nicht das Problem. Das Problem sind die Hülsen.  Rechnet man den Wert auf ein Jahr hoch, sind das zwischen 4 000 und  5 000 Tonnen Material. Etwa 500 Müll­wagen wären notwendig, sie abzu­trans­portieren. Umwelt­freundlich ist das nicht.

Deshalb sollte der nächste Vollautomat einer ohne Kapseln sein.

Winterbach vermeidet Müll!

Global Denken – Lokal Handeln

Wir aus der Gruppe haben in den letzten Monaten noch mehr darüber gelernt,wo wie wieviel Müll entsteht. Aber wir haben auch begriffen, was man als Einzelner tun kann – und jeder Einzelne ist für die Masse des Müllaufkommens mit verantwortlich.

In vielen Gesprächen haben wir erfahren, dass Müll auch für Sie ein Thema geworden ist. Zur Zeit sind wir in Gesprächen mit Winterbacher Geschäftsleuten. Bisher mit positiver Resonanz. So lautet unsere Parole ab jetzt:

Winterbach vermeidet Müll! -

Aus dem Wollen wird ein Tun.

Wir hoffen, Sie sind weiterhin dabei. - Ausführlichere Tipps zur Müllvermeidung finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Winterbach. Haben Sie weitere Ideen, wie das Müllaufkommen zu reduzieren ist? Schreiben Sie einfach ein E-Mail an: post.agenda.winterbach@gmail.com

Dank an Herrn Waldheim: Die Agenda-Gruppe „Natur und Umwelt“ bedankt sich ganz herzlich bei Herrn Bernd Waldheim. Herr Waldheim hat uns in mehreren Gesprächen Tipps zur Öffentlichkeitsarbeit gegeben. Diese Unterstützung war für uns sehr wertvoll. Deshalb: Vielen Dank, Herr Waldheim!