Gemeinde Winterbach

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Wappen

Die goldene Krone des Wappens erinnert an das "alte Reichsgold" Winterbach und die Aufenthalte Kaiser Heinrichs III. am 28. August 1046 und am 3. Dezember 1048. Der Wellenbalken stilisiert den zweiten Bestandteil im Ortsnamen "-bach". Die alte Wappenfigur Winterbachs, die Weinberghape, lässt sich bis 1831 zurückverfolgen. Im Laufe der Zeit wurde sie durch eine Sichel ersetzt.

Im aktuellen Ortswappen findet wieder das Original Verwendung.

Fond: rot - Krone: gold - Wellenbalken: silber
Hape-Griffholz: gold - Hape-Klinge: silber

Blick auf Winterbach
Blick auf Winterbach
Luftbild von Winterbach
Luftbild von Winterbach

Landesarchiv BW

Die Archivverwaltung macht die schriftlichen Zeugnisse zur Geschichte des Landes und seiner Bewohner zugänglich.

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Winterbach - eine liebenswerte Gemeinde

Winterbach ist eine der wenigen bei der Kommunalreform selbstständig gebliebenen Gemeinden im mittleren Remstal, 25 km östlich von Stuttgart gelegen und durch einen S-Bahnanschluss und die vierspurig ausgebaute Bundesstraße 29 von dort sehr gut erreichbar. Anlässlich der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1046 durch Salierkaiser Heinrich III. feierte die Gemeinde Winterbach 1996 ihr 950-jähriges Bestehen.

Wenn auch die Gemeinde mit ihren zur Zeit 7.736 Einwohnern durch die unmittelbare Nachbarschaft zur großen Kreisstadt Schorndorf keine Funktion als Unterzentrum einnehmen kann, bietet sie ihren Einwohnern dennoch eine sehr gute Infrastruktur - angefangen vom reichhaltigen Angebot an Fachgeschäften über gute Sportstätten, Freizeit-, Bildungs- und soziale Einrichtungen bis hin zu einem großen Angebot an Arbeitsplätzen. Ungefähr 2.400 Arbeitsplätze stehen für die zirka 4.500 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus Winterbach zur Verfügung

Schön gelegene Wohngebiete mit kurzen Wegen zur Ortsmitte, eine gelungene Ortskernsanierung und die Lage direkt am Rand des Naherholungsraumes Schurwald machen Winterbach attraktiv. Zur Gemeinde gehören die zwei Teilorte Engelberg und Manolzweiler. Beide wurden schon lange vor der Kommunalreform eingemeindet. Winterbach präsentiert sich deshalb als sehr homogene Gemeinde. Letzteres ist wohl unter anderem mit ein wichtiger Grund für den noch guten Gemeinschaftssinn und das Zusammengehörigkeitsgefühl ihrer Bürgerinnen und Bürger. All dies macht Winterbach zu einer liebenswerten Gemeinde.

Geschichte und Entwicklung des Ortes

Im Sommer des Jahres 1046 - am 28. August - unterschrieb Heinrich III. aus dem Herrscherhaus der Salier in Winterbach eine Bestätigungsurkunde über Besitzungen des Klosters Lorsch. Ein Absatz in dem Schriftstück schließt mit den Worten "Actum Winterbach, feliciter Amen". Frei übersetzt heißt dies: "Geschehen in Winterbach. Mit Glückwunsch! Amen"

Winterbach war zu jener Zeit also schon ein Ort, der einen Kaiser samt Gefolge beherbergen konnte. Aus weiteren Urkunden wird geschlossen, dass der damalige Hof Winterbach salischer Familienbesitz war. Die Namensform Winterbach weist zwar auf eine relativ späte Entstehung des Ortes hin (Namen mit der Endung "-bach" werden auf die Zeit nach dem Sieg der Franken über die Alemannen datiert), es gibt jedoch Hinweise, dass Winterbach aus zwei anders benannten Ortskernen - deren einer Smidheim geheißen habe - entstanden ist. Zumindest gibt es eine ganze Reihe archäologischer Quellen, die immerhin in die Zeit des 8. Jahrhunderts zurückreichen. Und noch älter könnten die über Winterbacher Markung führenden Spuren einer fränkischen Trasse sein, die über der ursprünglich römischen Straße gefunden wurden. Die Vermutung, dass Winterbach zu jener Zeit eine Kaiserpfalz war, wird durch Schenkungen Kaiser Heinrichs IV. an die Domherren und die Kirche zu Speyer verstärkt, denen die Königsgüter Winterbach und Waiblingen übertragen wurden.

Im Jahre 1125 wurde Winterbach staufisch und kam mit dem Untergang des schwäbischen Kaiserhauses in die Nutznießung der Grafen von Württemberg, die sich das ehemalige staufische Königsgut aneigneten. Zu Beginn des späten Mittelalters wurde in Winterbach eine neue Kirche gebaut; 1309 entstand die Michaelskirche, wie sie sich im Großen und Ganzen heute noch präsentiert. Allerdings - und das liegt aufgrund der früheren Erwähnungen der Kirche auf der Hand - war dies nicht der erste Kirchenbau an dieser Stelle; vielmehr gingen der heutigen Michaelskirche, die zu den ältesten Kirchen des Remstales zählt, einer oder gar mehrere Vorgängerbauten voraus.

Im späten Mittelalter kam es dann auch zur Gründung eines Augustinerklosters auf dem Engelberg durch Graf Ulrich V. von Württemberg. Dessen Geschichte währte jedoch nicht allzu lange. Vielleicht im Bauernkrieg geplündert, wurde das Kloster 1538 aufgehoben. Die Einwohnerentwicklung von Winterbach nahm ab Beginn des 18. Jahrhunderts stark zu. Allein in den 100 Jahren zwischen 1712 und 1811 hatte sich die Bevölkerung weit mehr als verdoppelt (von 735 Einwohnern auf 1731). Dieses Bevölkerungswachstum, niedrige Erträge, Kriege und Missernten führten dazu, dass die Landwirtschaft die Menschen nicht mehr ausreichend ernähren konnte. Die Notlage vieler Winterbacher in jenen Jahren bewirkte, dass immer mehr ihre Heimat verließen und auswanderten - die meisten nach Nordamerika. In der sogenannten guten alten Zeit zwischen 1871 und 1914 begann die Entwicklung Winterbachs von der reinen Landgemeinde zur heutigen Industriegemeinde. Die Versorgung mit Elektrizität im Jahre 1906 brachte einschneidende Veränderungen. Als einer der ersten Betriebe wurde eine Eierteigwarenfabrik versorgt und ab 1909 eine Brauerei auf dem Engelberg. Die katastrophalen Zustände im Weinbau jener Jahre, als Krankheiten und Schädlinge ganze Jahrgänge vernichteten, blieben auch in Winterbach nicht folgenlos. Fast alle Weingärtner gaben den Weinbau auf, zumal in den Jahren 1910 und 1911 die nicht gegen die Reblaus resistenten Rebstöcke ausgehauen werden mussten. Die ehemals bedeutende Weinbaugemeinde Winterbach hat glücklicherweise auch heute noch einen Weinberg - den Hungerberg. Auf ihm reift nach wie vor ein guter Tropfen, und das in Winterbach ansässige Weingut Jürgen Ellwanger sorgt mit international anerkannten Weinen dafür, dass Winterbach unter Weinkennern ein Begriff ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene ins Remstal. Die Unterbringung dieser Personen stellte auch die Gemeinde Winterbach vor große Probleme. Die gewerbliche und industrielle Entwicklung führte ab Ende der fünfziger Jahre nochmals zu einer strukturellen Änderung: Die landwirtschaftlichen Betriebe gingen stark zurück und die Gemeinde entwickelte sich vollends zur Industrie- und Dienstleistungsgemeinde. Bis heute verfügt Winterbach jedoch über eine gute Ausstattung an Handwerksbetrieben, vor allem im Bereich des Bauhandwerks.

Bauliche Entwicklung

1974 wurde Winterbach als erste Gemeinde des Rems-Murr-Kreises in das Sanierungsprogramm nach dem Städtebauförderungsgesetz aufgenommen. Die größte Maßnahme im Ortskern war der Erhalt und die Sanierung der alten Rathausgebäude.

Begleitend dazu erfolgte die Sanierung von Geschäftshäusern. Die Anstrengungen der Gemeinde bei der Ortskernsanierung lohnten sich: 1978 wurde Winterbach beim Wettbewerb "Denkmalschutz und Städtebau" Landessieger. Weitere Auszeichnungen, unter anderem eine Bronzemedaille auf Bundesebene, folgten. Die Gemeinde erschloss nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreiche Baugebiete zum Wohnen und zur Ansiedlung von Gewerbe und entwickelte sich kontinuierlich zu ihrer heutigen Größe.

Im Jahr 2013 wurde die Ortsmitte von Winterbach rundum saniert. Durch das „Jahrhundertprojekt“ hat die Winterbacher Ortsmitte ein neues Gesicht bekommen. Mit Hilfe des Landessanierungsprogramms hat die Gemeinde Winterbach hohe Investitionen getätigt, um durch eine neue, attraktive und barrierefreie Oberflächengestaltung der Plätze und Randbereiche mehr Aufenthaltsqualität für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Darüber hinaus wurde auch im Bereich des Tiefbaus das komplette Kanal- und Leitungsnetz erneuert. Die wichtigsten Sanierungsmaßnahmen waren

  • der Rückbau von nicht mehr benötigten Verkehrsflächen,
  • der Umbau des Regenüberlaufbeckens am Marktplatz,
  • Sanierung des Kanal-, Wasser- und Versorgungsleitungsnetzes,
  • die Vergrößerung des Fußgängerbereiches am Marktplatz ,
  • die Neuordnung von Parkflächen,
  • der Bau von zwei Kreisverkehren zur Geschwindigkeitsreduzierung und Erhöhung der Verkehrssicherheit,
  • die Erhöhung der Attraktivität für alle Geschäfte und ihre Kunden,
  • die noch andauernde Sanierung der Fachwerkhäuser durch die Firma Fuhrmann.