Hochwasser und Starkregen: Gemeinde Winterbach

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Ortsmitte
Aussichtspunkt Wein - und Obstwanderweg
Aussichtspunkt Wein - und Obstwanderweg

Aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Jahre ist damit zu rechnen, dass Starkregenereignisse und Hochwasser weiter zunehmen werden. Umso wichtiger ist es, gut und frühzeitig informiert zu sein:

 

Es kann jeden treffen!

Starkregen als extremes Niederschlagsereignis bedeutet, dass innerhalb kürzester Zeit sehr viel Regen fällt. Das Wasser kann dann ganz plötzlich aus allen Richtungen kommen: durch Überschwemmungen, steigendes Grundwasser oder Rückstau aus der Kanalisation.

Während eine Hochwassergefahr insbesondere von Flüssen und Bächen ausgeht, kann Starkregen jedes Gebäude treffen - auch abseits von Gewässern. Jeder Haus- und Grundstücksbesitzer sollte daher Schutzmaßnahmen für den eigenen Besitz ergreifen. Für bauliche Vorsorgemaßnahmen zum Schutz Ihrer Gebäude stehen Ihnen in Winterbach kompetente Partner zur Verfügung. Wenden Sie sich gerne an die örtlichen Handwerksbetriebe.  

Starkregen

Von Starkregen spricht man, wenn in kurzer Zeit und lokal begrenzt sehr viel Regen fällt.

Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen sind der Ort und Zeitpunkt eines Starkregenereignisses kaum vorherzusagen. Daher kann Starkregen für die Betroffenen sehr überraschend auftreten und stellt ein schwer zu kalkulierendes Überschwemmungsrisiko dar. Das Wasser kann bei außergewöhnlich hohen Niederschlagsmengen aus allen Richtungen kommen und tatsächlich jedes Gebäude treffen, auch abseits der Flüsse und Bäche. 

Achten Sie auf Amtliche Warnungen und den Warnlagebericht für Baden-Württemberg des Deutschen Wetterdienstes

https://www.wettergefahren.de/warnungen/warnsituation.html

Weitere Informationen und die Starkregengefahrenkarten für Winterbach finden Sie hier.

 

Der Starkregen ist da - und nun?

  • Bleiben Sie im Gebäude.
  • Verfolgen Sie die Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes und Meldungen der Regionalprogramme.
  • Schalten Sie den Strom für die Gebäudeteile und Räume ab, die vom eindringenden Wasser gefährdet beziehungsweise betroffen sind.
  • Bei einem Notfall wählen Sie den Notruf der Feuerwehr (112).
  • Benutzen Sie ein Mobiltelefon nur in Notfällen, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden.
  • Helfen Sie Ihren Nachbarn. Achten Sie auf hilfsbedürftige Personen in der Nähe

 

Treffen Sie Vorsorge für ein Starkregenereignis

Starkregen kann zwar nicht grundsätzlich verhindert werden, aber Betroffene können Maßnahmen treffen, um die Risiken und Schäden zu minimieren. Aufgrund der kurzen Vorwarnzeit ist die Vorsorge besonders wichtig. Empfohlen wird u.a..:

  • Planen Sie beim Hausbau ein, dass alle Eingangsbereiche höher sind als die umgebende Geländeoberfläche.
  • Kontrollieren Sie den Abwasserkanal im Haus regelmäßig. Lassen Sie eine Rückstausicherung einbauen.
  • Sorgen Sie in tiefer liegendem Gelände durch ausreichend breite Abflussmöglichkeiten dafür, dass durch z.B. Terrassentüren kein Wasser in das Haus eindringen kann. Ebenerdige Terrassentüren müssen dicht sein und zusammen mit den Fensterelementen dem Wasserdruck standhalten können.
  • Stocken Sie Lichtschächte über der Geländeoberkante auf.
  • Wenn sich Dachrinnen oberhalb von Lichtschächten befinden, decken Sie diese zusätzlich ab, so dass kein Schwallwasser vom Dach in den Lichtschacht dringen kann.
  • Überprüfen Sie die Lage des Gebäudes. Bereits leichte Hanglagen, die auf das Haus zuführen, können zu massivem Wassereinfall führen.
  • Kontrollieren Sie Zufahrten von der Straße in tiefer liegende Garagen. Sie sind das Einfallstor von Sturzfluten, die von Straßen herkommen. Schwellen können hier helfen.
  • Achten Sie bei Kellertreppen oder Zugängen zu Souterrainwohnungen darauf, dass ausreichend hohe Schwellen eingebaut werden.

TIPP: Wenden Sie sich für bauliche Vorsorgemaßnahmen gerne an unsere Handwerksbetriebe in Winterbach, die Sie kompetent und persönlich beraten können.

 

Handeln nach dem Starkregen

  • Überprüfen Sie das Gebäude auf Schäden.
  • Trocknen Sie betroffene Bereiche möglichst schnell, um Bauschäden, Schimmelpilz- oder Schädlingsbefall entgegenzuwirken.
  • Lassen Sie beschädigte Bausubstanz, Heizöltanks und elektrische Geräte durch einen Fachmann überprüfen.
  • Sollten trotz aller Vorsichts- und Vorsorgemaßnahmen Schadstoffe (zum Beispiel Heizöl oder Chemikalien) in das ins Gebäude eingedrungene Wasser gelangt sein, verständigen Sie umgehend die Feuerwehr.
  • Informieren Sie umgehend Ihre Versicherung und beachten Sie deren Anweisungen.
  • Machen Sie Fotos von den Schäden zur Beweissicherung.
  • Sturzfluten können immer wieder auftreten. Beseitigen Sie daher erkannte Schwachstellen schnellstmöglich.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Stand 01/2026) 

Hochwasser

Informationen zu aktuellen Hochwasserständen finden Sie bei der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg: https://www.hvz.baden-wuerttemberg.de/

 

Das Hochwasser naht - und nun?

Bewahren Sie die Ruhe und handeln Sie besonnen. Je nachdem, wo Sie sich gerade aufhalten, sollten Sie die folgenden Punkte beachten:

Im Haus

  • Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Vorsorgemaßnahmen ausreichen.
  • Überprüfen Sie Rückstauklappen im Keller bevor das Wasser gestiegen ist. 
  • Halten Sie sich während des Hochwassers nicht im Keller auf, das ist lebensgefährlich.
  • Dichten Sie Fenster und Türen sowie Abflussöffnungen ab.
  • Schalten Sie elektrische Geräte und Heizungen in Räumen, die volllaufen können, ab. Denken Sie an die Stromschlaggefahr. Schalten Sie den Strom gegebenenfalls komplett aus (Sicherung raus).

Im Auto

  • Fahren Sie Ihr Auto rechtzeitig aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen.
  • Achtung! Tiefgaragen können bei Hochwassergefahr zu tödlichen Fallen werden.
  • Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen. Wasser im Motorraum macht viel kaputt. Der Katalysator mit einer Betriebstemperatur von 700 Grad Celsius zerspringt bei plötzlicher Abkühlung durch Wasser.
  • Lassen Sie Ihr Fahrzeug abschleppen, wenn es bis über die Räder im Wasser steht.

Retten Sie Leben

  • Helfen Sie anderen, aber bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr.
  • Bringen Sie Kinder vor Eintritt der Gefahr aus dem Überschwemmungsgebiet in Sicherheit.
  • Fahren Sie wegen der Wellenbildung und der Gefahr von Unterwasserhindernissen nicht unnötigerweise in überflutenden Gebieten mit Booten oder anderen Fahrzeugen.
  • Betreten Sie keine Uferbereiche wegen der Gefahr von Unterspülungen oder Abbrüchen. Überflutete oder teilüberflutete Straßen dürfen nicht befahren werden.
  • Beachten Sie die Anweisungen und Absperrungen der Einsatzkräfte.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Stand 01/2026)

 

Bei einer Warnung von Hochwasser und Überschwemmungen

...sollten Sie, falls Sie betroffen sein könnten, wie folgt handeln:

  • Besorgen Sie sich Sandsäcke, Schalbretter und/oder wasserfeste Sperrholzplatten.
  • Bringen Sie wertvolle Möbel oder Geräte in die oberen, hochwassergeschützten Räume.
  • Räumen Sie die Kellerräume möglichst aus. Achten Sie darauf, dass gefährliche Stoffe oder Chemikalien nicht vom Wasser erreicht werden können.
  • Überprüfen Sie Ihre Vorsorgemaßnahmen: Haben Sie ausreichend Lebensmittel und Trinkwasser, Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, einen Campingkocher etc. im Haus?
  • Halten Sie Ihre wichtigten Dokumente (Dokumentenmappe) und ein Notgepäck bereit.

 

Treffen Sie Vorsorge für Hochwasser und Überschwemmungen

  • Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und behalten Sie Warnmeldungen über die Warnapp NINA, Rundfunk oder Internet im Blick.
  • Informieren Sie sich zu Hochwasserrisikogebieten über die Hochwassergefahrenkarten für das Einzugsgebiet der Rems.
  • Machen Sie sich frühzeitig Gedanken über die Evakuierung und Versorgung Kranker oder Hilfebedürftiger sowie über die „Rollenverteilung“: Wer macht was, wenn eine Überschwemmung eintritt?

  • Sichern Sie den Heizöltank gegen einen Auftrieb durch das Wasser, indem Sie ihn zum Beispiel an der Wand verankern

 

Handeln nach dem Hochwasser

Wenn das Wasser weicht, heißt es Bestandsaufnahme machen und aufräumen.

Achten Sie bei Aufräumarbeiten vor allem auf Ihre eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer Helfender, und beachten Sie neben Hygienemaßnahmen und Schutzausrüstung (verunreinigtes Wasser!) unbedingt folgende Punkte:

  • Beginnen Sie mit den Abpumparbeiten im Haus erst, wenn Sie sicher sind, dass der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Vorsicht, Sie beschädigen ansonsten die Bodenwanne des Hauses. Bitte achten Sie auf Informationen der Gemeinde.
  • Machen Sie eine Bestandsaufnahme und fotografieren Sie die Schäden für die Versicherung.
  • Räumen Sie Wasserreste und Schlamm aus dem Haus.
  • Trocknen Sie die Räume so schnell es geht, um Bauschäden oder Schimmel zu vermeiden. Nutzen Sie Heizgeräte für das Trocknen. Sie können gemietet oder ausgeliehen werden.
  • Lassen Sie die Elektrik, Heizöltanks und in besonderen Fällen die Baustatik vom Fachleuten überprüfen.
  • Wenn Schadstoffe wie Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel, Benzin, Öl etc. freigesetzt wurden, rufen Sie die Feuerwehr.
  • Schmutzige, kaputte Möbel und verdorbene Lebensmittel gehören nicht einfach in den Hausmüll, sondern müssen fachgerecht entsorgt werden.
  • Essen Sie kein Obst, Gemüse und Salat aus überschwemmten Gebieten. Verständigen Sie bei mit Schadstoffen (zum Beispiel Öl) verunreinigten Gärten oder Feldern das Landratsamt oder das Amt für Landwirtschaft.

Quelle: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (Stand 01/2026)